Zwei Bunkerwelten

Diese hier präsentierte Serie aus vier Bildpaaren stellt zwei grundverschiedene Bunkertypen gegenüber, die unsere Architektur- und Zeitgeschichte prägen: die massiven Schutzräume des Krieges und die funktionalen Erz- und Kohlebunker der Schwerindustrie.

Zwei Bunkerwelten – Bild 1 der Seroe

Obwohl ihre Zweckbestimmung nicht unterschiedlicher sein könnte – das Bewahren menschlichen Lebens auf der einen, das Lagern von Rohstoffen auf der anderen Seite –, sprechen beide Bautypen dieselbe monumentale Sprache aus Beton, Enge und Schatten.

Anordnung der Serie – die weiteren Bilder weiter unten im Beitrag

Die vier Diptychen begleiten diesen architektonischen Vergleich von den beklemmenden Fluchten der Unterwelt bis hin zur heutigen Transformation, in der Licht, Kunst und Umnutzung dem einstigen Grau eine neue Gegenwart verleihen.

Die Idee zu dieser Serie entstand über Umwege: Ein Fotoabend an der Kokerei Schwelgern brachte mich auf das Thema Kohleproduktion und den Begriff „Kohlebunker“. Als mir einfiel, dass ich erst wenige Wochen zuvor Bunkermuseen in Oberhausen und Hagen besucht hatte, war der Funke gezündet. Eine gezielte Recherche in meinem Bildarchiv legte schließlich das Fundament für diese Gegenüberstellung.

Ich wünsche viel Freude beim Betrachten. Aber zum Abschluß noch ein paar Worte, woher der Begriff Bunker kommt:

Der Begriff Bunker stammt ursprünglich aus dem schottisch-englischen Sprachraum, wo er primär eine Kiste oder Sitzgelegenheit bezeichnete. Im 19. Jahrhundert fand das Wort Eingang in die Seefahrt als Bezeichnung für die tief im Schiffsrumpf gelegenen, geschützten Kohlenlagerräume von Dampfschiffen – eine funktionale Bedeutung als Speicher für Schüttgut wie Erz oder Kohle, die sich bis heute in der Industrie gehalten hat. Während des Ersten Weltkriegs übertrugen britische Soldaten den Begriff auf die massiven, unterirdischen Unterstände im Grabenkrieg. Deutsche Truppen übernahmen die Bezeichnung an der Westfront, woraufhin sich „Bunker“ ab den 1930er-Jahren im Deutschen endgültig als Fachbegriff für bombensichere Schutzbauten aus Stahlbeton etablierte.

 

Cranger Kirmes in zwei Zuständen

Mein Plan war, die Cranger Kirmes sowohl während des Aufbaus als auch später im laufenden Betrieb zu fotografieren. Die Idee dahinter: dieselben Geschäfte in zwei Zuständen zu zeigen und diese als Bildpaare gegenüberzustellen. Ich zeige hier vier dieser Paare.

Der Plan kam leider etwas spät – viele Buden und Karussells waren bereits fertig aufgebaut. Auch das ist ein Grund für die begrenzte Anzahl von Bildpaaren.

Trotzdem hat das Projekt große Freude gemacht. Und die Cranger Kirmes kehrt ja jedes Jahr zurück – mit neuen Motiven und der Chance, die Serie weiterzuführen.

Durch den grauen Hintergrund soll deutlicher werden, welche Bilder als Paar zusammengehören. Mit einem Click auf ein Bild ist dieses in größerer Ansicht zu sehen. Viel Spaß damit. 
 

„Geborgen und verloren“ – ein nächster Schritt auf meiner fotografischen Reise

Mit diesem 26seitiges Zine betrete ich fotografische Neuland.  „Geborgen und verloren“ versammelt zehn Bildpaare (Dipthychen) und ein Einzelbild zu den Themen Enge-Weite und Einsamkeit–Verbundenheit. Diese werden dabei nicht als Gegensatzpaare gesehen, sondern als zwei Zustände, die sich ständig ineinander verwandeln. Eine Gasse kann beklemmen oder schützen. Ein offener Horizont kann befreien oder einsam machen.

Titelseite. Der Link zur Ansicht des Zines findet sich am Ende des Beitrags.

Jedes Bildpaar stellt zwei Aufnahmen einander gegenüber und lässt zwischen ihnen etwas entstehen, das keines der beiden Bilder allein zeigen könnte. Die Aufnahmen entstanden über mehrere Jahre an unterschiedlichen Orten – an der Küste, in Industrielandschaften, in engen Gassen und auf offenen Feldern.

Eine besondere Rolle hat bei diesem Projekt die KI gespielt – nicht zur Herstellung von Bildern, sondern als Resonanzboden bei der Projektentwicklung. Eine besondere Erfahrung, zu der ich etwas im Vorwort geschrieben habe. Ein ausführlicher Erfahrungsbericht wird folgen.

Da sich dieses Booklet schlecht hier präsentieren lässt, stelle ich es als Flipbook online zur Verfügung. Es ist hier zu finden: https://heyzine.com/flip-book/10ae9ee821.html. Es ist empfehlenswert es auf einem größeren Endgerät anzusehen.

21.9.: Outdoor-Fotoausstellung „Gepaart“ im Alten Dorf Westerholt der Fotogruppe „Umtriebig

Seit einiger Zeit beschäftigt sich die Fotogruppe „Umtriebig“ mit dem Thema Bildpaare in der Fotografie. Die ersten Ergebnisse werden im Rahmen des „Tags der Kunst“ im Alten Dorf Westerholt unter dem Titel „Gepaart“ gezeigt.

Emscherwandel (Klaus Fritsche)
Einladungsplakat

Ob Gemeinsamkeiten oder Gegensätze, Farben, Formen oder kleine Geschichten – immer findet sich ein verbindendes Element. Mal auf den ersten Blick, mal auch erst auf den zweiten.

Auch in diesem Jahr zeigen die Gruppenmitglieder außerdem Arbeiten aus eigenen Projekten, die käuflich erworben werden können.

Ich bin mit vier Bildern vertreten. Neben dem Titelbild dieses Beitragen (Emscherwandel) zeige ich die folgenden drei Bilder.

Wohnqualitäten
Rostportrraits
Nach dem Feuer